Die Tour (1*hinauf)

Die Tour geht weiter (1*hinab)

Am Montag ging's dann auf den Rückweg. Ich staunte nicht schlecht, wie ich hier heraufgekommen war, denn runter ging das in der jetzt tief verschneiten Eiswand so nicht mehr.

Gerade als ich mich von der Holzplattform am Nordende der Hütte vorsichtig hinablies (tiefer Schnee auf blankem steilen Eis), flutschte ich hinab. Aber nur 2-3 Meter - direkt in ein Fangnetz - wer das nur angebracht hat?
Die Stelle hatte ich aber gut gewählt. Zwischen den Felszacken kletterte ich nun abwärts. Ab und zu waren Stahltrossen sichtbar, also war hier auch der eigentliche Aufstieg und nicht frontal die Eiswand von vorn, wie bei meinem Aufstieg.
Den Rest unterhalb der Felszacken ging's aber wieder nur mit Pickel und Steigeisen. So war ich schon, bevor es mit den Ski richtig losging, völlig fertig. Die Abfahrt im knietiefen Tiefschnee entschädigte dafür, mal abgesehen von einigen Stürzen, da ich ja mit einer kaputten Bindung einige Probleme mit dem Manövrieren hatte. Nach halbem Weg kamen mir die ersten entgegen und jeder war froh, die Spur des anderen nutzen zu können.

Gegen Mittag kam ich wieder am Pass an, wo reges Treiben herrschte. Bei dem phantastischen Wetter kein Wunder. Die Gipfel greifbar nahe, doch inzwischen war ich schon ganz schön ausgelaugt und es stand noch eine lange Abfahrt bevor.
Außerdem war einfach die Motivation hinüber, noch einmal die Steigeisen rauszupacken, anzuziehen und sich die etwa 100 Höhenmeter zum Gipfel durch knietiefen Schnee hinaufzuquälen.
Gespurt war abwärts eigentlich optimal, nur mit dem Bremsen hatte ich so meine Probleme und so versuchte ich es immer wieder im Tiefschnee mit weiten Bögen. Stürze waren dabei nicht vermeidbar, mein schwerer Rucksack begrub mich mehrmals im tiefen Schnee und ich hatte meine Mühe, mich wieder aufzurichten.
14:00 Uhr kam ich erschöpft an der Gnifetti-Hütte an, folgte jedoch sofort einigen Deutschen Richtung Mantova-Hütte und von dort diesen blöden Bogen zur Punta Indren. Dabei ging es mit den Skiern ganz schön über Stock und Stein. Dem Tempo der anderen konnte ich wegen meiner Bindung nicht standhalten und so zuckelte ich den anderen in der Hoffnung hinterher, die letzte Seilbahn nach Alagna noch zu schaffen.

Und die Italiener warteten ausnahmsweise mal mit dem letzten Lift auf mich, und so kam ich mit Säcken ausgesoffener leerer Flaschen und anderem Müll wieder gutbehalten in Alagna an. Nach kurzem Autotripp kam ich 3:00 Uhr nachts am Dienstag wieder daheim an.