Anreise und Akklimatisierung

Zum Ausklang der Saison startete ich noch einmal am Mittwoch zu einer gewagten Bergtour. Lange habe ich mich mit dem Finsteraarhorn befasst, die verschiedenen Zustiege durchkalkuliert und entschied mich letztendlich nun doch auf altbewährtes. Gleich nach dem Mittag ging es los in strömenden Regen. Zügig ging es über Basel und Luzern auf den mir schon vertrauten Furkapass (2436m). Dass der Regen nicht nachließ, störte mich kaum, als ich auf dem Pass im Auto übernachtete.
Am nächsten Morgen sah es immer noch trüb aus, an einen stundenlangen Klettscheraufstieg war nicht zu denken. Also entschied ich mich, nichts zu überstürzen und einen kleinen Ausflug hier vom Pass aus zu wagen. Über kleine Pfade ging es hinauf zur oberen Station der Materialseilbahn und von dort anfangs wieder etwas in nördlicher Richtung an einigen alten Schutzunterkünften den Hang hinab, bevor ein kleiner Pfad links wieder bergauf führte. Immer der Markierung folgend ging es über Steinblöcke bis hinauf zum Kleinen Furkahorn (3026m). Dichte Wolken und leichter Nieselregen erlaubten nur selten einen kurzen Blick hinab auf den Rhonegletscher. Deshalb stieg ich auch schnell wieder hinab, diesmal direkt über den Grat zur Seilbahnstation und dann weiter bis zum Auto.

Gegen Mittag wurde es etwas heller, sollte es doch noch etwas mit einem Aufstieg werden? Ich fuhr hinab bis Fiesch und bog dort rechts nach Fieschertal ab. Immer auf der Suche nach einer geeigneten Park- (und Übernachtungs-) Möglichkeit fuhr ich die enge Straße hinauf, bis dann plötzlich an einer Materialseilbahn Schluss war. Doch welch ein Glück, an dieser Wendeschleife für Busse gab es tatsächlich 8 gebührenfreie Parkplätze (knapp 1200m). Da es noch zu zeitig war, im Auto mein Biwak aufzuschlagen, kleidete ich mich wetterfest und startete mit Regenschirm auf eine kleine Erkundungstour. Trotz Nässe kam ich anfangs auf der Straße und später dann auf einem Pfad schnell voran. Dieser Weg immer entlang des Glingulwassers in Richtung Märjelesee scheint kaum begangen. Heutzutage kann man sich die ersten 1000 Höhenmeter durch die Seilbahn von Fiesch nach Kühboden oder Egishorn sparen. Vor der ersten steileren Stufe am Ende des Tales kehrte ich schließlich um, da inzwischen meine Füße durch den Regen und das nasse Gras pitschnass waren. Der kleine Pfad hatte sich inzwischen selbst in einen kleinen Bach verwandelt. Wieder am Auto angekommen, holte ich mir mein Abendbrot und stieg noch einmal die Straße bis zur Brücke hinauf und bog dann links ab bis zu einer anderen kleinen Notbrücke (langer Baumstamm über einen anderen Bach). In aller Ruhe genoss ich mein Abendbrot und als es endlich dunkelte, legte ich mich im Auto zur Ruh.

Aufstieg zur Konkordiahütte