02.01.2009 Anreise
Endlich ist es soweit. 18:00 Uhr schnappe ich meinen Rucksack (18kg), meine kleine Tasche mit Proviant (10kg) und
meinen kleinen Rucksack mit der Technik (10kg) und steige vom hohen Rannenberg hinab zum Bahnhof Kälberau und
warte auf die Bembel. Es ist kalt und es beginnt ein leichter sachter Schneefall. Am Bahnhof habe ich wieder Gelegenheit,
mich auf Normaltemperatur abzukühlen, denn beim Herunterhasten vom Berg bin ich schon ganz schön ins Schnaufen
gekommen. Pünktlich 18:32 kommt die Bembel, in der Rainer schon auf mich wartet. Er hatte mich erst vor knapp einem
Monat gefragt, ob ich diese Tour mitmachen wolle und logischerweise habe ich sofort zugesagt.
Nach kurzer Zeit sind wir in Hanau und auch die S-Bahn zum Flughafen Frankfurt schaffen wir noch. Pünktlich treffen
wir am Flughafen Frankfurt ein und haben noch genügend Zeit, die erforderlichen Dollar fürs Visa und das Trinkgeld
für die Träger zu tauschen. Rainer tauscht gleich unten in der Reisebank, dabei gehen denen jedoch sofort die
kleinen Dollar-Noten aus. Bei gerade mal 150 USD war dies ziemlich lächerlich für so eine Bank. Also machte
ich mich auf zu einer anderen Wechselstube. Die fand ich auch in der Nähe von Lufthansa im Airport. Der Kurs
allerdings war ziemlich haarsträubend (1EUR=1,28USD). Da wäre die sonst so knauserige Sparkasse sogar
besser gewesen, bei der ich vor einigen Tagen schon mal angefragt hatte (1,31). Naja, immerhin noch besser als vor
Ort alles 1:1 in Euro zu zahlen.
Von Lufthansa (Halle A) mussten wir nun hinter zu C. Bis dahin kamen wir aber erst gar nicht, denn eine lange Schlange
versperrte uns schon in Halle B den weiteren Weg. Und tatsächlich, all die Massen wollten doch wirklich mit Ethiopian
Airlines nach Afrika. Etwas verdrossen reihten wir uns am Schlangenende ein. Zäh und langsam ging's voran. Das
perfekte Training, wie sich später am Berg rausstellen sollte. Nach zirka einer Stunde schafften wir es dann aber
doch bis vor zur Registrierung. Als alles Gepäck schon eingecheckt war, fragt mich das Personal noch einmal, wo
ich eigentlich hin wollte. Zum Glück, wie sich dabei nämlich rausstellte, war mein Gepäck nur bis Addis
Abeba und nicht bis Kilimanjaro Airport eingecheckt. Also alles noch mal von vorn. Beim zweiten Versuch ging dann aber
alles glatt. Auch Rainer hatte keine Probleme beim Einchecken.
Etwas beunruhigt, ob ich je mein Gepäck wieder sehen werde, beruhigten wir uns erst mal mit einem letzten Deutschen
Bier. Handgepäck- und Passkontrolle waren dann auch schnell erledigt und so warteten wir schließlich am Gate,
dass wir in den Flieger gelassen würden.
Beim Einsteigen in den Flieger stellte sich heraus, dass wir durch die Vorreservierung von Moja Travel Plätze
gleich hinter der Businessklasse in einem kleinen 3 Reihen langen Zwischenraum im Flugzeug bekommen haben. Das hatte
den Vorteil, dass wir ziemliche Ruhe hatten, schnell bedient wurden und außerdem noch die ersten waren, die das
Flugzeug verlassen konnten.
Mit etwas Verspätung hoben wir schließlich fast Mitternacht vom Frankfurter Flughafen ab.
03.01.2009 Anreise
Kurz nach dem Start musste ich erst mal das Multimediasystem, welches im Vordersitz über dem kleinen Tischchen
steckte, testen. Sowas gibt's ja leider bei Billigairlines wie LH nicht. Erstaunlicherweise funktionierte das Ding
sogar, zwar nur in englisch und französisch, aber immerhin. Danach wurden auch schon die ersten Drinks serviert.
Wir machten es uns bequem und genossen jeder das erste Fläschchen Rotwein. Mit "Chicken" or "Fish" wurden wir
dann aus unseren Träumen geweckt und während Rainer sich für den Fisch entschied, probierte ich mal
das afrikanische Hühnchen aus. Ein zweites Fläschchen Rotwein durfte es dann auch noch sein. Endlich
abgefüllt, versuchte ich dann irgendwie in dem viel zu engen Zwischenraum zwischen meinem und dem Vordersitz
meine dafür viel zu langen Beine reinzufalten. Bequem, geschweige denn gesund, war so eine Haltung mit Sicherheit
nicht. Also wenigstens ein Bein raus in den Gang gestreckt. Das war jedoch ziemlich riskant, denn ab und an kam so eine
hübsche Stewardess mit ihrem schweren Getränkewagen entlang gepoltert, und der war definitiv stabiler als mein
Knie. Also, Fahrgestelle schnell wieder zurück in die Enge der Economic Class. Schon nach 2 Stunden hin- und
hergewälze schmerzten mir Füße, Schultern und Rücken. 5 Stunden Flug lagen aber mindestens noch
vor uns. Ich will nicht jammern, aber irgendwie hab ich es doch überstanden.
Am frühen Morgen landeten wir in Addis Abeba, wo wir auch das Flugzeug verlassen mussten. Nach einiger Wartezeit
durften wir dann an einem anderen Gate wahrscheinlich wieder ins selbe Flugzeug einsteigen. Zumindest schienen einige
der Stewardessen wieder dieselben. Mit einer Stunde Verspätung ging es weiter Richtung Nairobi. Kurz nach dem Start
hieß es diesmal "Chicken" or "Lasagne". Diesmal entschieden wir uns gemeinsam für die Lasagne und waren umso
überraschter, als sich dieses Menü als Rührei mit kleinem Würstchen erwies. Da wir den Rotwein ja
schon ausgiebig testen konnten, wählten wir zur Abwechslung mal wieder ein Bier.
Kaum waren wir fertig, mussten wir uns schon wieder anschnallen für die Zwischenlandung in Nairobi, wo wir gegen
Mittag ankamen. Diesmal durften wir im Flugzeug bleiben und nach einigen Verzögerungen starteten wir nun endlich
zur letzten Etappe nach Kilimanjaro Airport. Leider hatten wir keinen Sekt dabei, denn auf dem Flug dorthin passierte
ich zum ersten Mal in meinem Leben den Äquator. So mussten wir auf die Äquatortaufe vorerst verzichten. Der
Flug dauerte gerade noch lange genug, um noch schnell eine letzte Büchse Bier zu konsumieren.
Kurz vor der Landung flogen wir zwischen Kilimanjaro (links) und Mt. Meru (rechts) hindurch. Zufälligerweise
saßen wir sogar auf der richtigen linken Seite, doch leider hingen am Kili die üblichen dicken Wolken.
Leider gab es nicht viel zu sehen.
Nach der Landung, wir waren wie gesagt unter den ersten, die das Flugzeug verlassen konnten, mussten wir in der
Ankunftshalle erst mal den kleinen Visaantrag ausfüllen. Wahrscheinlich ist es ziemlich egal, was man da drauf
schreibt, Hauptsache man hat seine 50 USD parat. Sobald die den Besitzer gewechselt haben, kracht auch schon der
Einreisestempel in den Reisepass.
Nun musste nur noch unser Gepäck eingesammelt werden, welches auch tatsächlich bis hierher befördert
worden ist. Am Ausgang des Flughafens wartete schon ein Vertreter der örtlichen Reiseagentur K.C.B. (Partner von
Moja aber wahrscheinlich auch von anderen ausländischen Agenturen). Hier lernten wir außerdem unsere
Teamgefährten kennen, 2 Ehepaare aus Potsdam (Karin und Konrad und Kerstin und Holger), kennen.
Als ich das große Schild gegenüber der Eingangshalle erblickte, fühlte ich mich sofort wieder heimisch -
You are now in Kilimanjaro country.
Schnell beluden wir den Kleinbus, kletterten selbst hinein. Und los ging die Fahrt mit einem lauten Bums. Beim
Rückwärts Ausparken haben wir schnell mal einen falsch geparkten Gepäcktrolley vom Airport überfahren.
Da sich der Schaden jedoch in Grenzen hielt, konnten wir unsere Fahrt zum Hotel unbeirrt fortsetzen.
Auf der Fahrt wird einem schnell klar, hier ist es heiß, staubig und trocken - verdammt trocken - in der Trockenzeit.
Die Fahrer fahren hier ebenfalls wie die Henker, was einem bei Linksverkehr immer noch mehr verwirrt. Bei jeder Abzweigung
oder beim Überholen erwartete ich ständig frontale Kollisionen. Nur an einigen Übergängen bremste der
Fahrer mal abrupt ab, wo man mit Asphalt ziemlich hohe Bodenwellen auf der Straße hingezaubert hat. Ungebremst
würde man an diesen Stellen wahrscheinlich mehrere Meter abheben.
Unser Keys Hotel befand sich nun aber nicht in Moshi, sondern einige Kilometer östlich davon. Im Hotel checkten
wir dann ein, bekamen unsere Schlüssel und brachten unser Gepäck auf die Zimmer, naja, eine kleine Tasche
hat dann doch ein Afrikaner geschnappt und uns die wenigen Meter bis ins Zimmer nachgetragen, natürlich in der
Absicht, ein ordentliches Trinkgeld zu verdienen.
Wir waren in einem kleinen Häuschen untergebracht, wovon es auf dem Hotelgelände mehrere gab. Das Zimmer
war recht primitiv, die Badeinrichtung und Dusche ziemlich klapprig. Egal, Hauptsache es funktionierte und alles
war halbwegs sauber.
Endlich konnte ich nun meine europäischen Winterklamotten in klimagerechte kurze leichte Kleidung austauschen.
Danach ging's auch schon in den schönen Garten der kleinen Hotelanlage an den kleinen Pool. Was für eine
Wohltat nach dem langen Flug eingeklemmt zwischen zwei viel zu engen Sitzen.
Hier lernten wir auch gleich eine andere deutsche Familie kennen, die gerade vom Kili zurückgekehrt waren.
Da gab's natürlich so einiges zu erfragen.
Gegen Abend spazierte ich mit Rainer noch runter zur Straße, kamen an verschiedenen Händlern vorbei,
die uns unbedingt was verkaufen mussten, obwohl wir gar nichts haben wollten. An der Hauptstraße, man hier
war's vielleicht staubig und, naja, ziemlich schmutzig setzten wir uns in eine kleine Kneipe (d.h. auf einen
Plastegartenstuhl an der Straße), aber nicht, bevor wir den Preis für ein Bier ausgehandelt hatten.
Beim ersten Kilimanjaro (einheimisches recht gutes Bier) kamen wir schnell ins Plaudern mit Einheimischen. Als
es nach dem zweiten Bier dann aber schon langsam dämmerte, machten wir uns lieber wieder auf den Rückweg.
Im Hotel sortierten wir noch unser Gepäck in 3 Häufchen in das, was im Hotel bleiben, den Trägern
gegeben und was man selbst tragen sollte.
Schlafen war in der Nacht fast nicht möglich, da im Hotel eine private afrikanische Feier mit Afro-Diskomusik
stattfand. Nach 5 Liedern wurde die Kassette wahrscheinlich wieder zurückgespult und das Geheul fing von vorn
an. Nach der fast schlaflosen Nacht im Flugzeug hat dies grad noch gefehlt.