23.07.2008 Anreise nach Saas Allmagel
Fast hätte mir meine Arbeit noch einen Strich durch die Rechnung gemacht, gegen 12:00 Uhr wollte ich
eigentlich aufbrechen, nun sollte ich jedoch noch einen Vortrag vor einer russischen Delegation halten.
Als ich 12:00 Uhr immer noch nicht dran war, wurde ich langsam ungeduldig. Schnell ratterte ich meinen
Vortrag runter, verzichtete auch noch auf das voraussichtlich letzte warme Mittagessen in der Kantine,
fuhr nach Hause und packte in aller Hast das Auto. Sobald ich alles verstaut hatte ging's zu Thomas und
danach zu Tim. Nachdem wir auch Dennis abgeholt hatten konnten wir bei Daniel endlich das gesamte
Gepäck jetzt richtig verstauen. Das Auto war mal wieder rammelvoll.
Über die gewohnte Strecke ging es wieder auf der A5 am Frankfurter Kreuz, Heidelberg und Karlsruhe
vorbei nach Basel. Wieder landeten wir in einem kilometerlangen Stau und schnell wurde klar, dass wir
erst im Dunkeln an unserem Ziel ankommen sollten.
Von Basel ging's weiter nach Luzern, wo es wolkenbruchartig goss. In Göschenen bogen wir von der
Autobahn ab und fuhren über Andermatt hinauf zum Furkapass. Zum Glück hörte es zu regnen
auf, dafür war jetzt alles nass und in dichten Dunst gehüllt. Endlos zog sich noch die kleine
Straße bis Brig hin, bevor wir bei Visp ins Saas-Tal hinauffuhren. Es war bereits dunkel, als wir
den Parkplatz oberhalb des Kraftwerkes erreichten. Erst wollten wir die Zelte gleich auf der Wiese
aufbauen, allerdings hatte ich schon einige Bedenken. Deshalb fuhren wir noch ein Stück Richtung
Stausee hinauf, bogen an einer Wiese links ab und fuhren noch etwas an einer Kuhweide hinauf. Im Dunkeln
bauten wir schnell noch die Zelte auf und dann war Nachtruhe angesagt. Hoffentlich waren wir weit genug
von der Straße entfernt, so dass uns die Saaser Polizeistreife, die, wie sich später
herausstellte, Jagd auf wilde Camper oder Biwakierer macht, nicht gleich behelligen konnte. Im Hellen
wäre diese Stelle aber eher ungeeignet für ein Biwak.
24.07.2008 Aufstieg zur Britaniahütte
Noch im Morgendunst weckte ich alle Mann, schnell packten wir die Zelte zusammen und fuhren wieder runter
an den Parkplatz. Hier frühstückten wir und packten unsere Sachen für die Tour zusammen.
Wieder einmal wurde es mehr und vor allem schwerer, als anfangs erwartet.
Gegen 6:30 waren wir dann endlich startklar. Das Wanderschild am Parkplatz besagt 3,5 Stunden bis zur
Britaniahütte: Mit unserem Gepäck würde es wohl etwas länger dauern. Da ich in der
Hütte nur für die erste Nacht buchen konnte, mussten wir Zelte, Matten, warme Schlafsäcke,
Kocher, Töpfe, Gas, usw. zum Biwakieren mit hinaufschleppen.
Über die Wiese hinter dem Kraftwerk gelangten wir zu dem kleinen Pfad am rechten Hang. Schon nach wenigen Minuten erreichten wir den Wasserfall mit den 2 kleinen Brücken. Von nun an ging es endlos in weiten Zickzackbögen bergan. Nach einer knappen Stunde erreichten wir schließlich ein großes künstlich angelegtes Plateau. Dies ist eigentlich ideal gelegen zum Biwakieren. Ein Stückchen weiter oben ist dann noch eine kleine Terrasse vor einer verschlossenen Höhle. Auch hier kann man leicht ein Zelt aufstellen. Aber wir mussten ja viel weiter rauf. Weiter ging es endlos den hang hinauf. Inzwischen kam auch die Sonne raus und wir kamen ziemlich ins Schwitzen. Gut, dass wir weiter oben an einen schönen klaren Gebirgsbach kamen, wo wir uns ein wenig erfrischten.
Fragte sich nur, wo die letzte Wasserstelle vor der Hütte lag. Auf der Hütte gibt es kein
Wasser und da wir ja noch 2 zusätzliche Nächte im Zelt biwakieren wollten, mussten wir
genügend Wasser mit hinaufnehmen.
Vom Bach ging es nun weiter durchs Geröll, die Britaniahütte konnten wir inzwischen schon in
der Mulde des Grates sehen. An einem kleinen Bach holten wir nun all unsere Trinkbeutel und Flaschen
raus und füllten sie mit dem schweren nass. Da kamen nun noch mal 3 bis 5 kg zum eh schon schweren
Rucksack hinzu. Eine Herde Steinböcke lies sich von uns nicht stören und sogar ein Murmeltier
schaute uns bei unserem Treiben zu.
Weiter ging es über den kleinen Geröllhügel bis zu dem Schneefeld unterhalb der
Hütte. Anfangs mussten wir noch im Schnee über 2 Bäche. Zum Glück war aber das Eis
oder der Schnee fest genug, so dass wir ohne Probleme rüber kamen.
Der Aufstieg zur Hütte war dann noch einmal mühsam. Da es nicht allzu steil hinauf ging,
sparten wir uns die Zickzackspur und stiegen einfach direkt zur Hütte hinauf.
Pünktlich zur Mittagszeit kamen wir schließlich ziemlich erschöpft an. Zum Ausruhen und
Kräftesammeln hatten wir nun aber genügend Zeit.
Nach einem erfrischenden Bier und einige genehmigten sich auch noch ein Hütten-Mittagsmahl,
bestiegen wir noch das kleine Allalinhorn gleich neben der Hütte. Dies war zugleich Dennis sein
erster 3000er. Unten im Tal lag der Mattmark-Stausee und im Süden fiel unser Blick auf Strahlhorn
und Rimpfischhorn. Auch das Allalinhorn ist über dem Hüttengrat sichtbar sowie der
Hohlaubgrat - unsere Route für den kommenden Tag.
Den Rest des Tages verbrachten wir mit Schlafen, Essen und wieder Schlafen. 15 Minuten vor 4:00 sollten wir geweckt werden, na ja, die ersten aus unserem bis auf die letzte Maus belegten 11 Mann-Zimmers starteten eh schon gegen 3:00. Das Wecken konnte man sich also sparen.